Lisa Eckhart ist die österreichische Kabarettistin, Poetry-Slammerin und Bestsellerautorin, die mit schwarzhumorigem Wortwitz und einer kühl kalkulierten Bühnenfigur zur umstrittensten Stimme der deutschsprachigen Kabarettszene wurde. Bürgerlich heißt sie Lisa Lasselsberger, geboren am 6. September 1992 im obersteirischen Leoben, mittlerweile wohnhaft in Leipzig, wo sie seit ihrem Debütroman „Omama“ ihren Ruf als literarische Provokateurin ausbaut. Zwischen ausverkauften Sälen, Antisemitismus-Vorwürfen und einer abgesagten Festivaleinladung in Hamburg hat sich kaum eine andere Bühnenkünstlerin so konsequent jeder Schublade entzogen.
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Herkunft und der Weg zur Kunstfigur
Aufgewachsen ist sie zunächst bei den Großeltern auf dem Land, bevor die Schulzeit sie nach Graz führte. Nach der Matura an der ehemaligen Kadettenschule HIB Liebenau ging es nach Paris: An der Sorbonne studierte sie Germanistik und Slawistik, unterrichtete 2013 zwischendurch sogar Französisch und Deutsch an zwei Londoner Gymnasien.
Genau in dieser Zeit zwischen Hörsaal und Klassenzimmer entstand die Figur, die heute ihren bürgerlichen Namen fast vollständig überdeckt. Lisa Eckhart ist eine bewusst konstruierte Kunstfigur – kühl, dekadent, sprachlich hochartifiziell –, mit der Lasselsberger auf Poetry-Slam-Bühnen begann und sich rasch einen Namen als eine der schärfsten Wortakrobatinnen ihrer Generation machte.
Vom Slam-Talent zum Kabarettpreis
Den ersten großen Ritterschlag der Szene erhielt sie 2016 mit dem Förderpreis des Österreichischen Kabarettpreises. Die Jury lobte damals ihr „größtes poetische Talent, das derzeit die Kabarettszene bereichert“ – eine Einschätzung, die sich in den Folgejahren durch restlos ausverkaufte Tourneen bestätigte.
Karriere-Meilensteine: Programme, Bücher und TV-Auftritte
Ihre Bühnenprogramme folgten in dichter Taktung, ergänzt durch Romane und regelmäßige TV-Gastspiele bei Formaten wie „Ladies Night“, „Nuhr im Ersten“ und „Die Anstalt“. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Stationen zusammen:
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1992 | Geboren als Lisa Lasselsberger in Leoben, Steiermark |
| 2013 | Lehrtätigkeit in London, erste Slam-Auftritte als „Lisa Eckhart“ |
| 2016 | Förderpreis des Österreichischen Kabarettpreises |
| 2018 | Auftritt bei „Mitternachtsspitzen“ (WDR) – Ausgangspunkt späterer Vorwürfe |
| 2020 | Debütroman „Omama“; Nominierung für den Klaus-Michael-Kühne-Preis; Eklat um Harbour Front Literaturfestival Hamburg |
| 2022 | Zweiter Roman „Boum“; Bühnenprogramm „BOUM – das Kabarett zum Buch“ |
| 2026 | Tournee mit dem neuen Programm „Ich war mal wer“ durch Deutschland und Österreich |
Die Kontroverse um Lisa Eckhart: Antisemitismus-Vorwürfe und der Hamburg-Eklat
Der Auftritt bei „Mitternachtsspitzen“ im Jahr 2018 gilt als Zündfunke einer Debatte, die bis heute nachwirkt. Kritikerinnen und Kritiker warfen ihr vor, mit ihren Pointen antisemitische und rassistische Klischees zu bedienen, statt sie zu entlarven. Im Mai 2020 bezeichnete der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, ihren Auftritt öffentlich als „geschmacklos und kritikwürdig“.
Die Wogen schlugen im August 2020 endgültig hoch: Das Harbour Front Literaturfestival in Hamburg lud sie zunächst zu einer Lesung aus „Omama“ ein, sagte die Einladung nach massivem öffentlichem Druck wieder ab – und ruderte kurz darauf erneut zurück, als Stimmen wie die des Kabarettisten Dieter Nuhr von einem „Skandal“ sprachen. Eckhart selbst lehnte die erneute Einladung ab und sah sich, wie sie später erklärte, grundlegend missverstanden.
Was Lisa Eckhart den Vorwürfen entgegensetzt
Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur wies sie die Vorwürfe zurück: „Es gibt teilweise ein boshaftes Missverstehen.“ Ihr Humor treffe, wie sie betonte, ohnehin keine Religion und keine Ethnie aus – Zielscheibe sei stets das Klischee selbst, nicht die Gruppe dahinter. Auf die Frage, wie man mit Antisemitismus und Rassismus umgehen solle, antwortete sie knapp: Sie stehe „immer auf der Seite des Humors“.
Damit bleibt sie bei ihrer Grundhaltung: Satire dürfe auch dorthin vorstoßen, wo es unbequem wird, und genau diese Reibung mache ihre Kunst aus. Jüdische Verbände und Publizisten wie Michael Wolffsohn widersprechen dieser Lesart bis heute deutlich und sehen in ihren Pointen keinen doppelten Boden.
Bücher und literarisches Werk
Mit „Omama“ legte sie 2020 einen Debütroman vor, der die Nachkriegsgeschichte durch die bösartig-komische Erzählstimme einer Großmutter aufrollt – tabulos, sprachlich brillant und ebenso polarisierend wie ihre Bühnenauftritte. Das Buch schaffte es in die engere Auswahl für den Klaus-Michael-Kühne-Preis für das beste deutschsprachige Debüt.
2022 folgte mit „Boum“ ihr zweiter Roman, den sie parallel als Bühnenprogramm „BOUM – das Kabarett zum Buch“ auf die Bretter brachte. Ihre Hörbücher spricht sie durchgehend selbst ein, was ihrer Prosa auf Tonträger noch einmal die volle Wucht ihrer Bühnenpräsenz verleiht.
Aktuelle Termine: Was 2026 von Lisa Eckhart zu erwarten ist
Aktuell tourt sie mit ihrem neuen Programm „Ich war mal wer“ durch große Häuser in Deutschland und Österreich, unter anderem im Berliner Uber Eats Music Hall und bei zahlreichen Terminen über die österreichischen Bundesländer verteilt. Die Tourdaten reichen bis weit in die kommenden Jahre – ein Beleg dafür, dass ihr Publikum trotz aller Kontroversen ungebrochen groß ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Ist Lisa Eckhart der echte Name der Kabarettistin?
Nein, bürgerlich heißt sie Lisa Lasselsberger. „Lisa Eckhart“ ist eine bewusst geschaffene Bühnenfigur, die sie während ihrer Zeit als Poetry-Slammerin entwickelte.
Warum wurde Lisa Eckhart vom Hamburger Literaturfestival ausgeladen?
Das Harbour Front Literaturfestival zog 2020 nach öffentlichem Druck ihre Einladung zurück, lud sie kurz darauf wieder ein – Eckhart lehnte diese zweite Einladung jedoch selbst ab, da sie sich missverstanden fühlte.
Welche Bücher hat Lisa Eckhart geschrieben?
Zu ihrem literarischen Werk zählen der Debütroman „Omama“ (2020) und der Nachfolgeroman „Boum“ (2022), beide geprägt von ihrem charakteristischen schwarzen Humor.
Was wird Lisa Eckhart wegen Antisemitismus vorgeworfen?
Kritikerinnen und der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung werfen ihr vor, in Auftritten wie bei „Mitternachtsspitzen“ antisemitische Klischees zu reproduzieren statt satirisch zu brechen; sie selbst weist diese Deutung zurück.
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